Zille-Grundschule

Berlin / Friedrichshain-Kreuzberg

Konzeption

Offener Ganztagsbetrieb (Hort) der Zille-Grundschule

„Lernen mit allen Sinnen“- „Hilf mir es selbst zu tun“

(Zitat von Maria Montessori)

 

Die Kinder in unserer Schule lernen mit all ihren individuellen Bedürfnissen und Besonderheiten gemeinsam.
Die Zille-Grundschule, welche 1977 eröffnet wurde, liegt im Süd-Osten Friedrichshain/Kreuzbergs.
Für viele Kinder ist unsere Schule mit ihrem Hort ein Lebensraum, in dem sie mitunter bis zu 12 Stunden täglich verbringen.

Was brauchen Kinder?

In der heutigen Zeit ist die Tendenz erkennbar, dass viele Kinder nicht mehr die Möglichkeit haben, sich Lebens- und Erfahrungsräume zu erobern und ihnen somit Selbsterfahrungs- und Erprobungsmöglichkeiten fehlen. Kinder brauchen Liebe, Geborgenheit, Zuwendung, Sicherheit und Verlässlichkeit. Ebenso haben sie ein Recht darauf, dass auf ihre Bedürfnisse eingegangen wird.
Die Horte an den Grundschulen mit eigenständigem Bildungsauftrag sind ein wichtiges Bindeglied zwischen Familie, Kindergarten und Freizeiteinrichtungen. Sie haben eine ganz besondere wichtige Kompensations-, Kommunikations-, und Integrationsfunktion.
Auf diese Notwendigkeit hin, haben wir unser Hortkonzept ausgerichtet.

Wie ist der Hort an unserer Schule organisiert?

Unser Hort ist täglich von 6.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.
Bei Bedarf besuchen die Kinder die Ferienspiele mit abwechslungsreichen Programmen und Inhalten.
Im Frühhort (6.00-8.10 Uhr) haben die Kinder die Möglichkeit, in ruhiger Atmosphäre ihr Frühstück zu essen und warmen Tee zu trinken. Sie können sich auch mit den vielfältigen Materialien und Angeboten allein oder mit anderen Kindern beschäftigen.
Bei entsprechender Witterung können die Kinder vor dem Unterricht noch einmal den Spielhof nutzen.
Jedes Hortkind nimmt am Mittagstisch teil (3Wahlessen, Bio-Essen). Die Rhythmisierung des Unterrichts in der Eingangsstufe wirkt sich sehr positiv auf die Organisation des Schulalltages der Kinder aus.
So ist es möglich, dass während der Betreuungsstunde, die in den Vormittag gelegt ist, zwei Pädagogen gemeinsam mit den Kindern essen gehen und die Hausaufgaben anfertigen.
Damit werden auch die Kinder gefördert, die nicht den Hort besuchen.
Die Kinder der 3.Klassen gehen mit dem Erzieher nach dem Unterricht essen.
Die Kinder der 4.Klassen essen gemeinsam mit den Schülern der 5. und 6.Klassen in der großen Essenspause.

Das Konzept für die 3. und 4.Klassen unseres Freizeitbereiches gestaltet sich folgendermaßen:

*Die Räume für die Hortkinder der 3. und 4. Klassen befinden sich im Erdgeschoss.
*Ansprechpartner für die Klassenleiter der 3.und 4. Klasse ist das gesamte Team der Erzieher von Klasse 3 und 4. Die Kinder sind einem Erzieher zugeordnet, sie können den Raum jedoch frei wählen.
*Die Integrationserzieherin erhält aufgrund dieser gewählten Organisationsform-Klasse 3 und 4 auf einer Etage- einen besseren Einblick in die Gruppensituationen.
*Durch gruppenübergreifende Aktivitäten sowie Projekte sollen die Kinder zunehmend befähigt werden, ihre Freizeit selbst zu organisieren
um dann in Klasse 5 und 6 Freizeiteinrichtungen selbstständig aufsuchen zu können.

Für alle Hortkinder:

Der Spielhof mit seinen vielen Angeboten an Spielflächen und Geräten sowie Großspielzeugen (Roller, Dreiräder, anderen Fahrzeugen, Stelzen…) wird ständig durch einen oder zwei Erzieher betreut. Die Hortkinder können sich bei Wunsch und Wetterlage dort ab ca. 13:15 Uhr aufhalten.
Ab ca. 16.00 Uhr werden die Kinder, die den Späthort besuchen in einer angenehmen und entspannten Atmosphäre betreut. Auch hier können sie die vielfältigen Angebote und Materialien nutzen. Bei schönem Wetter erholen sich die Kinder auch auf dem Spielhof oder wählen die Angebote im Raum.

Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit

Im Freizeitbereich werden den Kindern viele Freiräume und Entscheidungsmöglichkeiten geschaffen.
Die Gruppenräume sind so gestaltet, dass die Kinder mit allen Sinnen spielen und lernen können. Sie stehen den Kindern je nach Interesse und Neigungen am Nachmittag offen.
Alle Spiele, Sinnes- und Lernmaterialien stehen den Kindern sichtbar und griffbereit zur Verfügung. Die Materialien sind geeignet, die Sinne zu schulen, Kreativität, Aktivität und Phantasie bei den Kindern zu entwickeln, das Lernen zu unterstützen und vor allem die Freude und Lust am Lernen zu erhalten.
Die Kinder wählen am Nachmittag ihre Spielräume oder bei entsprechender Witterung den Spielhof. Dieser ist so gestaltet, dass er die psycho-motorische Entwicklung der Kinder fördert. (Psycho-Motorik-Körperwahrnehmung und Koordination- ist eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Lernen.) Diese Erprobungs- und Lernmöglichkeiten durch selbstbestimmtes Handeln sowie die Einbeziehung unterschiedlicher Angebote von Außen aber auch Ausflüge in die nähere Umgebung bereichern den pädagogischen Alltag in unserem Hort.

Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Erziehern

Es besteht zwischen Lehrern und Erziehern eine enge Zusammenarbeit im Interesse einer optimalen Entwicklung aller Kinder. Die Erzieher arbeiten regelmäßig unterrichtsbegleitend in den Klassen und unterstützen Kinder, die Hilfe brauchen. So können sie die Stärken und Schwächen der Kinder besser einschätzen und am Nachmittag entsprechend darauf eingehen. Die enge Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Erziehern beschränkt sich aber nicht nur auf den Unterrichtsbereich. Beide Kollegen planen gemeinsam Wandertage, Exkursionen und Projekte.

Ausbau einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Eltern und Erziehern

Die Eltern werden über das Konzept informiert.
Was tun, wenn sich das Kind nicht so entwickelt, wie gewünscht?
Es gibt keine Patentrezepte, aber gemeinsam lassen sich Wege finden, dem Kind zu helfen. Konflikte entstehen mitunter durch ein falsches Wort oder eine Geste. Sie können Auslöser für Missverständnisse sein.
Wir gehen auf die Eltern zu und suchen das Gespräch, um Probleme und Konflikte zu lösen oder besser gar nicht erst entstehen zu lassen.
Das Gleiche wünschen wir uns seitens der Eltern.
Aber nicht nur bei Problemsituationen suchen die Erzieher das Gespräch mit den Eltern, wir sind jederzeit offen für Hinweise, Kritik und Anregungen, die der Entwicklung der Kinder und unserer Arbeit förderlich sind.

Hausaufgabenanfertigung

Die Erzieher sorgen dafür, dass alle Kinder in Ruhe ihre Hausaufgaben erledigen können. Sie achten darauf, dass die Hausaufgaben in angemessener Form erledigt werden. Ebenso geben sie, wenn nötig, Hinweise und auch individuelle Hilfestellung.
Die Kontrolle der Hausaufgaben auf Richtigkeit erfolgt bei der Auswertung im Unterricht durch die Kinder und Lehrer.

Fürsorge und Aufsichtspflicht

Die Erzieher wägen vorausschauend ab und schätzen ein, was sie dem einzelnen Kind zutrauen können – je nach Reife und Entwicklungsstand. Die Erzieher helfen dem Kind, sich zunehmend selbst einschätzen zu können. Sie machen Mut, bauen den Kindern Brücken um sie so für Gefahrensituationen zu sensibilisieren. Die Kinder sollen sich in ihrer Umgebung zunehmend selbstbewusst orientieren und bewegen.

Entwicklungsziele

Durch das gemeinsame Gestalten und Organisieren der Freizeit sammeln die Kinder soziale Erfahrungen.
Sie entwickeln bei den verschiedenen gemeinsamen Aktivitäten (Arbeit an Projekten, beim Spiel, bei der Erledigung von Pflichten) soziale Kompetenzen wie z.B.

      +     Teamfähigkeit
+     Konfliktfähigkeit
+    
Rücksichtnahme, Toleranz, gegenseitige Achtung
+    
Kommunikationsfähigkeit
+    
Verantwortungsbewusstsein

Regeln und Rituale unterstützen die Kinder im Schulalltag, sie werden gemeinsam mit den Kindern besprochen und festgelegt.
Durch die Ausbildung dieser Sozialkompetenz wird das Selbstbewusstsein und somit das Selbstwertgefühl der Kinder nachhaltig gestärkt. Die Kinder lernen freudbetonter, weil sie sich was zutrauen – eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Lernen.

Weitere Schwerpunkte unserer Arbeit sind die Erziehung zur:

Gesunden Lebensweise

- viel Raum und Anregung für Bewegung
- Nutzung des großen Spielhofs (täglich)
- vielseitige sportliche Angebote
-  Entspannung im Snoezelenraum
- Yoga
- Getränkeversorgung
- Anregungen zur gesunden Ernährungsweise geben

Musische Erziehung

- Theater- und Tanzkurs
- Töpfern, Basteln
- Chor

 Entwicklung der Lesekultur fördern

- Nutzung der Schulbibliothek
- kleine Leseecken in allen Gruppen
- Besuch von Bibliotheken außerhalb
- Durchführung eines Lesefestes
- Zusammenarbeit mit Lesepaten

Wie organisieren und unterstützen die Erzieher diesen Prozess?

Wir sehen uns als helfende Begleiter und Berater der Kinder. Durch das stille Beobachten der Kinder erkennen wir deren Bedürfnisse, Stärken und Schwächen. Wir ermuntern sie, Neues auszuprobieren und geben ihnen Antwort auf die vielfältigsten Fragen, die die Kinder bewegen.
Wir akzeptieren die Kinder so wie sie sind, fördern und fordern sie dort, wo es nach dem Entwicklungsstand des Kindes nötig ist.
Regeln für das Leben im Hort werden mit den Kindern gemeinsam, gegebenenfalls individuell besprochen und aufgestellt.
Um die in unserer Konzeption festgehaltenen pädagogischen Inhalte realisieren zu können, ist ein intensiver Austausch über die gemachten Beobachtungen, Erfahrungen und neuerworbenen Kenntnisse in den Weiterbildungen, erforderlich. Dieses ermöglicht die einmal wöchentlich stattfindende Teamberatung der Erzieher oder spontane Zusammenkünfte.
Ein weiterer Schwerpunkt für die Realisierung unserer pädagogischen Inhalte ist die enge, vielfältige Zusammenarbeit mit außerschulischen Einrichtungen (Vernetzung im Sozialraum).
Ebenso wichtig ist die Öffnung nach „Innen“, d.h. die Erzieher planen gemeinsam und gruppenübergreifend Projekte und andere Aktivitäten.

Projekte – Feste - Höhepunkte – Traditionen

In unserer Arbeit spielen aber auch Projekte, Feste, Höhepunkte und Traditionen eine wichtige Rolle.

Hier nun ein kleiner Überblick über die größten Ereignisse eines Schul- bzw. Hortjahres.

# Projektwoche im November „Kinder einer Welt“ jährlich mit abschließendem Lampionumzug
#
Zille-Tag, dieser findet anlässlich des Geburtstages von Heinrich Zille im Januar (mit vielen interessanten und überraschenden Angeboten) statt
#
Ballspieltag im September mit Street-Soccer Anlage
# Immer im Sommer findet ein großes Hoffest unter einem anderen Motto statt

Diese Feste werden mit den Kindern 4-6 Wochen vorher in kleinen Projekten inhaltlich erarbeitet, indem ihnen Aufgaben und kleine Teilprojekte übertragen werden.

# Anlässlich des Internationalen Kindertages findet (unter Einbeziehung der Erzieher, Eltern und Vereinen)ein kleines Hoffest statt.
#
Lesefest

Gerade bei der Vorbereitung und Durchführung von Projekten und Festen werden andere Träger, Einrichtungen und Initiativen mit einbezogen. Im Laufe der Jahre ist dadurch eine enge Vernetzung mit anderen Einrichtungen und Trägern entstanden.
So werden z.B. große Bastelangebote gemeinsam

      +     zum Herbst
+    
zu Weihnachten
+    
zu Ostern
+    
zu Sommerfesten

geplant und durchgeführt.

Einen weiteren Schwerpunkt in unserer Arbeit bildet die Organisation und Durchführung erlebnisreicher Ferien. Dabei ändert sich das vielfältige Programm je nach Jahreszeit und Angebot.

Unsere Angebote

Um für alle Kinder - von der 2. Klasse bis zur 4. Klasse - ein zusätzliches Freizeitangebot in den verschiedensten Bereichen anzubieten, findet einmal wöchentlich (donnerstags) ein Angebotsnachmittag statt.

Fort- und Weiterbildungen der Erzieher

Die Erzieher unserer Einrichtung nehmen regelmäßig an Fort- und Weiterbildungen zu den verschiedensten Themen teil.

Arbeit mit Studenten/ Praktikanten

In den letzten Jahren arbeiten wir verstärkt mit Studierenden der Fachschulen für Sozialpädagogik, Schülerpraktikanten und freiwilligen Praktikanten.
Diese Arbeit regt uns an, uns mit den neuesten pädagogischen Ideen und unserem Schulalltag auseinanderzusetzen und ist ein Gewinn für beide Seiten.